Verkehrssicherheit - 3 Säulen

 

3 SÄULEN DER VERKEHRSSICHERHEITSARBEIT

Ekin = m x V2/2

Kinetische Energie ist gleich die Masse von bewegten Körpern mal die Geschwindigkeit von bewegten Körpern zum Quadrat durch zwei.

D.h. Bremsweg wird mit höherer Geschwindigkeit überproportional länger.

Je höher die Geschwindigkeit desto viel größer ist das Risiko.
Hohe Geschwindigkeit ist nicht nur eine direkte Unfallursache, sondern erhöhte die Wahrscheinlichkeit für alle Unfallarten und verschlimmert die Folgen aller Unfälle.

Mit rel. geringer Reduktion der Geschwindigkeit lässt sich das Risiko überproportional senken.

Fehleranfälligkeit des Menschen

Physiologisch/mental ist der Mensch für hohe Geschwindigkeiten nicht geeignet. Wahrnehmungsverarbeitung und Reaktionsgeschwindigkeit sind auf menschliche  "Laufgeschwindigkeit" ausgelegt.

Verschiedene Motive und Bedürfnisse (z.B. Lust an der Geschwindigkeit, Protzerei, Gewöhnung an zu hohes Tempo) sowie Verdrängungs- und Selbstüberschätzungs-mechanismen des Menschen stehen dem sicheren Fahrverhalten oft entgegen.

d.h. * Sehr große Sicherheitsreserve bei der Tempowahl und
* sehr intensive Unfallfolgenabmilderungen sind nötig!

Gesellschaftliche Wertungen

Es muss auf jeden Fall ein Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit geschlossen werden. Wo dieser liegt, hängt von gesellschaft-lichen Wertungen ab.

Geschwindigkeit wird derzeit sehr hoch bewertet, die negativen Folgen der Geschwindigkeit verhältnismäßig niedrig. Eine viel zu hohe Anzahl von Verkehrstoten und -verletzten wird gesellschaftlich als Tribut an das hohe Tempo akzeptiert!

Ein wichtiger Faktor sind auch die gesellschaftlichen Motivationskräfte bzw. die Fragen, wer a) vom Fehlverhalten und b) von den Unfallfolgen inwiefern kurz- oder langfristig profitiert (Lobbys!).

Diese 3 Säulen sind die logische Ausgangsbasis für alle Verkehrssicherheitsaktivitäten.
An der kinetischen Energie und deren Zusammenhang mit der Geschwindigkeit kann man zwar nicht rütteln, aber sie muss von allen Fahrzeuglenkern "begriffen" und akzeptiert werden.

Der Fehleranfälligkeit des Menschen versucht man einerseits mit Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen zu begegnen. Andererseits muss man hier nicht nur auf das "Können", sondern genauso auf das "Wollen" und die Bewältigung von sicherheitsabträglichen Motiven und Bedürfnissen abzielen (von Protzerei über Ablenkungen, Telefonieren bis zu Drogenkonsum). Vor allem muss diese Fehleranfälligkeit verstanden, akzeptiert und im System berücksichtigt werden, wie z.B. durch viel größere  "Sicherheitsreserven" und Unfallfolgen-Abmilderungseinrichtungen (von techn. Sicherheitseinrichtungen bis zu Rettungsdiensten).

Ohne gesellschaftliche Wertung kann es keine Sicherheitsaussagen geben (absolute Sicherheit ist unmöglich). Verkehrssicherheit muss im Zusammenhang mit allen gesellschaftlichen Kräften gesehen und betrieben werden. Dabei darf nicht verdrängt werden, dass Verkehrssicherheit ein großer Wirtschaftszweig ist und sowohl fahrerisches Fehlverhalten als auch Unfallfolgen für manche Lobbys gesellschaftliche Wertschöpfung bedeuten. Zusätzlich sind auch wirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen, die der Verkehrssicherheit direkt entgegenstreben (z.B. Alkoholindustrie, z.T. auch Angebote der Fahrzeugindustrie selbst).

 


Exkurs:

Gesamtenergie eines Teilchens:

Sofern die Geschwindigkeit "v" eines Teilchens sehr viel kleiner als die Lichtgeschwindigkeit "c" ist, gilt für die Gesamtenergie eines bewegten Teilchens:

 

E = m x V2/2 + m0 x C2 v << c
m0 = Ruhemasse
E = Gesamtenergie
v = Teilchengeschwindigkeit

Jeder Körper, der sich mit einer Geschwindigkeit "v" bewegt, hat kinetische Energie.

  • Die kinetische Energie Ekin ist proportional der Masse und dem Geschwindigkeitsquadrat: Ekin = m x V2/2.

Die kinetische Energie eines Körpers ist so groß, wie die an verrichtete Beschleunigungsarbeit. Formel: E = m x V2/2
Kinetische Energie ist gleich der Masse von bewegten Körpern mal die Geschwindigkeit von bewegten Körpern zum Quadrat durch zwei.

Kinetische Energie, potentielle Energie der Lage und potentiellen Energie der Form sind mechanische Energieformen.