Seit bald 50 Jahren soll den
Österreichern mehr oder weniger drastisch vermittelt werden,
dass Fahren in alkoholisiertem Zustand zu schwerwiegenden
Konsequenzen führen kann. Trotz „Don´t Drink and Drive“ –
Slogans (seltsamerweise bedient man sich hier traditionell
einer Fremdsprache) und Intensiv-Nachschulungen für
Alkolenker steigen die Unfälle durch Fahren in
alkoholisiertem Zustand derzeit stark an.
Der Motiv- und Mobilitätsforscher Mag. Michael Praschl weist
vor allem auf folgende drei Aspekte hin, die bei der
Bewusstseinsbildung gegen „beduseltes Fahren“ besonders
berücksichtigt werden müssen:
Effektive Alko-Kontrollen sind sicher eine wirksame Maßnahme
gegen Alkohol am Steuer. Wichtig ist hier, dass die Lenker
subjektiv das Gefühl einer intensiven Präsenz der Exekutive
haben. Eine große Mehrheit der Fahrzeuglenker ist übrigens
für strenge Alkoholkontrollen. Es muss verdeutlicht werden,
dass Kontrollen keine Schikane der Obrigkeit sind, sondern
dass die Fahrzeuglenker selbst – zum Selbstschutz und zum
Schutz aller Verkehrsteilnehmer - den vermehrten Einsatz des
hervorragenden Sicherheitsproduktes „Alkoholkontrollen“
fordern. Das wäre ein wichtiges Thema für eine
bewusstseinsbildende Kampagne.
Sehr wirksam wäre auch ein ständiges negatives Feedback für
betrunkene Lenker seitens des Freundes- und Bekanntenkreises
sowie anderer Personen im sozialen Umfeld. Ähnlich wie bei
der Tierschützerkampagne gegen Pelzmäntel – egal wie man
inhaltlich dazu steht – könnte alkoholisiertes Fahren
innerhalb kurzer Zeit sozial inakzeptabel werden und seinen
derzeit leider noch immer hohen Prestigewert verlieren.
Dieser Effekt könnte beispielsweise durch eine Kampagne, in
der Kinder die Rücksichtslosigkeit betrunkener Lenker
aufzeigen, verstärkt werden (ähnlich wie bei der Kampagne
gegen das Entsorgen von Kühlschränken in der freien Natur).
Besonders wichtig: Eine Kampagne gegen Alkohol am Steuer
muss immer auch den Aspekt der überhöhten Geschwindigkeit –
immer noch Unfallursache Nr. 1 - behandeln. Ansonsten
besteht die Gefahr, dass Schnellfahren als Unfallursache
unterbewertet wird – nach dem Motto „Ich habe nichts
getrunken, also kann ich ruhig kräftig aufs Gas steigen!“
„Mit effektiver, kontinuierlicher Bewusstseinsbildung,
die alkoholisiertes Fahren gesellschaftlich inakzeptabel
macht, kombiniert mit den von den Fahrzeuglenkern selbst
gewünschten verstärkten Kontrollen, könnte sicher ein guter
Erfolg erzielt werden. Allerdings ist es naiv zu glauben,
dass die Problematik „Alkohol am Steuer“ isoliert von der
generellen Thematik des übermäßigen Alkoholkonsums und der
Alkoholsucht abgehandelt werden kann“, fasst Michael
Praschl zusammen.
Rückfragen:
Mag. Michael Praschl
Stättermayergasse 32/16
A-1150 Wien
www.vsicher.at
Tel.: (+43) 1 / 494 80 60
Fax: (+43) 1 / 494 84 47
Mobil: 0699 10447722
praschl@aon.at
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