Vorsichtig geschätzt haben gut eine
halbe Million Österreicher große Schwierigkeiten damit, ohne
Alkohol leben zu können, etwa 50% davon sind schwer
alkoholkrank, darunter leider immer mehr Jugendliche. Der
gesellschaftliche Druck zum Alkoholkonsum beginnt heute
schon bei den 12- bis 14-Jährigen. Bis zum
Führerscheinerwerb gehören Bier, Wein und „coole“ härtere
Drinks und Alkohol-Mischgetränke zum selbstverständlichen
Tagesablauf und viele wollen oder können auch gar nicht mehr
darauf verzichten.
Nun wäre es aber sehr naiv zu glauben, dass alle
Alkoholkranken auf das Autofahren verzichten. Leider müssen
wir auch davon ausgehen, dass viele Berufsfahrer, darunter
auch Bus- und LKW-Lenker, alkoholabhängig sind. Alkoholismus
zieht sich bekanntlich durch alle Gesellschafts- und
Berufsschichten. Auch ist es geradezu typisch, dass
Alkoholkranke ihre Sucht vor Freunden und Arbeitskollegen
verheimlichen wollen, bzw. müssen, weil sie befürchten,
ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder weil das Eingeständnis
einfach peinlich wäre. Der plötzliche Umstieg auf
öffentliche Verkehrsmittel könnte verdächtig erscheinen und
so fahren halt die meisten mit dem Auto – man kennt
schließlich die Strecken, wo nicht viel kontrolliert wird.
„Wir müssen davon ausgehen, dass in Österreich zusätzlich zu
den Gelegenheitstrinkern täglich zumindest 100.000
alkoholkranke Lenker den Straßenverkehr unsicher machen.
Diese Tatsache darf nicht länger als Tabu behandelt werden“,
so der Motiv- und Mobilitätsforscher Mag. Michael Praschl.
„Alkoholismus muss als Krankheit akzeptiert werden, für die
man sich nicht zu schämen braucht und für die es wirksame
Hilfe gibt – schließlich handelt es sich dabei um eine der
häufigsten schweren Erkrankungen in Österreich. Gleichzeitig
muss alkoholisiertes Fahren gesellschaftlich inakzeptabel
werden. Dazu beginnen wir am besten im eigenen Umfeld, indem
wir konsequent „beduselte“ potentielle Fahrzeuglenker darauf
hinweisen, dass wir alkoholisiertes Fahren als widerwärtig
empfinden und mit solchen Lenkern niemals mitfahren. Wenn
beispielsweise Mädchen und Frauen das Mitfahren mit
Alkolenkern konsequent verweigern, würde „angeheitertes
Fahren“ bald aus dem Repertoire des männlichen
Imponierverhaltens verschwinden!“
Rückfragen:
Mag. Michael Praschl
Stättermayergasse 32/16
A-1150 Wien
www.vsicher.at
Tel.: (+43) 1 / 494 80 60
Fax: (+43) 1 / 494 84 47
Mobil: 0699 10447722
praschl@aon.at |
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