Speedless - Einstellung zu Tempolimits und zum Alkohol-Grenzwert

 


Michael Praschl 2000: speedless - Effektive Argumentation gegen Schnellfahren.
Gefördert aus den Mitteln des Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds

 
  • Der Anteil der österreichischen Lenker, die vor allem auf der Autobahn höhere Tempolimits wünschen, steigt seit Jahren kontinuierlich an. Die aktuelle Befragung ergibt bei den Autolenkern bereits eine recht deutliche Mehrheit von 63% für höhere Autobahnlimits (1994: 40%!). Nur 37% wollen kein höheres Limit, 50% sprechen sich für ein Limit zwischen 140 und 160km/h aus und 12% wollen gar kein Limit.
  • Mit dem 100km/h-Limit auf Überlandstrecken sind immerhin 66% einverstanden, 28% hätten gerne ein höheres Limit und 6% ein geringeres.
  • Fast die gleichen Werte ergeben sich für das 50km/h-Limit im Stadtgebiet. 67% sind damit einverstanden, 30% hätten gerne ein höheres Limit (zumeist 60-70km/h) und knapp 3% sprechen sich für ein geringeres Limit aus.
  • Recht hoch ist die Zustimmung zum 30km/h-Limit in Wohnstraßen. 69% sind damit einverstanden, 14% wären für ein 40km/h-Limit und 17% für ein Limit zwischen 41 und 50km/h.
  • Ein Alkohollimit von maximal 0,5 Promille wird von den österreichischen Lenkern sehr gut akzeptiert. 77% wollen keinesfalls einen höheren Grenzwert, 35% stimmen sogar für ein 0,0 Promille-Limit (bei Motorradfahrern sogar über 50%).
  • Frauen treten noch signifikant stärker für 0,0 Promille (43%) und für 0,5 Promille (43%) ein. D.h. 86% der Frauen und 72% der Männer sind gegen ein höheres Alkolimit.
  • Unfallfreie Lenker sind in signifikant höherem Ausmaß für maximal 0,5 Promille (82%) als Lenker mit bereits mehreren schweren Unfällen ("Unfallenker") (70%).
Besonders bedenklich ist das Ergebnis, dass ausgerechnet rasante Fahrer am ehesten für höhere Alkohollimits eintreten. Nur 23% der rasanten Fahrer (33% der zügig-aktiven und 41% der zurückhaltenden Fahrer) sind für 0,0 Promille und nur 39% für 0,5 Promille (zügig-aktive Fahrer: 42%, zurückhaltende Fahrer: 43%).
Auch die Frage zu den Trinkgewohnheiten beim Fahren zeigt in die selbe bedenkliche Richtung:
Je rasanter der Fahrstil, desto weniger wird dem Statement "Ich trinke niemals Alkohol, wenn ich nachher fahre" zugestimmt (70% Zustimmung bei rasanten Fahrern, 81% Zustimmung bei zurückhaltenden Fahrern).

Dem Empfinden der Befragten nach sind 45% der österreichischen Autofahrer auf der Autobahn zu schnell unterwegs, 40% auf Überlandstraßen, 37% im Stadtgebiet und 49% in Wohngebieten bzw. Tempo-30-Zonen.
Die Einschätzung des Anteils der Lenker, die zu schnell unterwegs sind, ist vom eigenen Fahrstil unabhängig.