|
Der Anteil der "zurückhaltender
Fahrer" sank seit 1994 von
50% auf 42% ab, der Anteil der "zügig-aktive
Fahrer" stieg von 41% auf
46% und der Anteil der "rasante
Fahrer" von 10% auf 12%.
Die gleiche Tendenz zeigt sich bei der
Einstellung zu Tempolimits.
-
Eile wegen vorgegebener Termine
wurde von am häufigsten als
Schnellfahrgrund genannt
(82%),
am häufigsten von den
rasanten Fahrern (92%).
Die hohe Gewichtung der Termine ist zum Teil natürlich
eine klassische Rationalisierung, ein sozial
akzeptierter Schnellfahrgrund, der auch häufig als
Rechtfertigung bei Anhaltungen wegen Schnellfahrens
durch die Exekutive genannt wird.
Besonders bemerkenswert ist die enorm hohe Gewichtung der
folgenden Schnellfahrmotive:
-
Man merkt die hohe Geschwindigkeit
oft gar nicht, weil das Fahrzeug so ruhig auf der Straße
liegt. (63%,
rasante Fahrer: 84%)
-
Gut ausgebaute Straßen verleiten
zu hoher Geschwindigkeit (58%,
rasante Fahrer 78%)
und
-
Die hohe Leistung des Fahrzeuges
verleitet zu höherer Geschwindigkeit, die man ja
problemlos erreichen kann
(50%,
rasante Fahrer 76%,
unter 25-Jährige: 60%)
Diese drei Gründe wurden
insbesondere
von rasanten Fahrern
als sehr häufige Schnellfahrgründe
genannt. Ein Ergebnis, das den Fahrzeugkonstrukteuren und
Straßenbauern zu denken geben sollte. Gerade von rasanteren
Fahrern wird in Diskussionen oft bestritten, dass eine hohe
Motorleistung negative Auswirkungen auf die
Verkehrssicherheit hat. Weiters geben knapp
50%
aller Lenker zu (bei
zügig-aktiven und rasanten Fahrer
sogar
60%), dass sie
häufig schneller unterwegs sind, als
sie es für vernünftig halten.
Speziell von
rasanten Fahrern
wurden auch die folgenden Gründe
häufig genannt. Bei den unterstrichenen Aussagen
liegen besonders hohe Distanzen zu den zurückhaltenden
Fahrern vor. Diese Aussagen haben also eine besonders hohe
Aussagekraft:
-
Man gewöhnt sich halt eine
bestimmte Geschwindigkeit an. (53%,
rasante: 78%)
-
Ich fahre ungern hinter anderen
Fahrzeugen nach. (34%,
rasante: 73%!)
-
Man braucht eine gewisse Geschwindigkeit, sonst
langweilt man sich.
-
(27%,
rasante: 70%!)
-
Ein flotter Fahrstil gehört
einfach zu meinem Lebensstil. (25%,
rasante 70%!)
-
Man will einfach rasch am Ziel
sein (Ungeduld). (39%,
rasante 70%!)
-
Es macht Spaß, die Kraft und
Dynamik des Fahrzeuges zu spüren. (36%,
rasante 68%)
-
Man läßt sich von anderen Fahrern
mitreissen. (36%, rasante
62%)
-
Das Gefühl, das Fahrzeug wirklich
perfekt zu beherrschen ("Im Griff zu haben") gibt mir
sehr viel. (36%, rasante:
59%)
-
Fahren mit hoher Geschwindigkeit
ist ein angenehmes, prickelndes Gefühl, das man gerne
auskostet. (29%, rasante
59%!)
-
Manche Strecken kann man nur mit
höherer Geschwindigkeit richtig auskosten. (24%,
rasante 59%!)
-
Mein Fahrzeug ist ganz einfach für
höhere Geschwindigkeiten gebaut. (22%,
rasante 58%).
Hat man also einmal ein schnelles Auto, wird man im
Regelfall auch schnell damit fahren.
Bei
den rationalen Gründen (Termine, etc.) sind die Distanzen
zwischen rasanten und zurückhaltenden Fahrern weniger groß,
als bei den emotionalen Gründen.
Besonders stark
unterscheiden sich
rasante
von zurückhaltenden Fahrern durch ihr
Wettbewerbs- bzw.
Dominanzdenken ("Fahre
ungern hinter anderen nach"), durch ihre
Ungeduld
("Brauche eine gewisse
Geschwindigkeit, sonst langweile ich mich.", "Will einfach
rasch am Ziel sein."), durch ihre
Identifikation mit einem rasanten
Fahrstil ("Ein flotter
Fahrstil gehört einfach zu meinem Lebensstil"), sowie durch
die allgemeine Lust an der
Dynamik rasanten Fahrens.
Jüngere Fahrer
(bis 25 Jahre) gewichten fast alle
Schnellfahrmotive etwas stärker als ältere Fahrer,
signifikant häufiger gaben sie die folgenden Gründe an:
-
Die hohe Leistung des Fahrzeuges verleitet zu höherer
Geschwindigkeit.
-
Eile wegen eigener Zeitplanung (Man kommt immer zu spät
weg).
-
Man wird von anderen Fahrern getrieben. Man will
schließlich den zügigen Verkehrsfluß nicht behindern.
-
Es macht Spaß, die Kraft, Dynamik und Beschleunigung des
Fahrzeuges zu spüren.
Die Unterschiede zwischen
den
Geschlechtern sind nur bei
einigen Kriterien deutlich ausgeprägt.
-
Frauen lassen sich weniger stark durch gut ausgebaute
Straßen zu höherer Geschwindigkeit verleiten,
-
haben weniger Probleme damit, hinter anderen Fahrzeugen
nachzufahren,
-
sind beim Fahren geduldiger und brauchen nur selten eine
höhere Geschwindigkeit, um sich nicht zu langweilen.
Die
Motive der Berufsfahrer unterscheiden sich kaum von
denen anderer Lenker. Berufsfahrer wollen häufiger "einfach
rasch am Ziel sein", lassen sich weniger von anderen Fahrern
treiben, neigen aber etwas mehr zu Erprobungs- und
Perfektionierungsverhalten (an Grenzen herantasten, etc.).
Im
Vergleich zu unfallfreien Lenkern stimmen "Unfallenker"
dem Schnellfahrgrund "Ich fahre einfach ungern hinter
anderen Fahrzeugen nach" deutlich öfter zu. Dies ist
offenbar eine Eigenschaft, durch die sich die
Unfallgefährdung deutlich erhöht. Unfalllenker zeichnen sich
außerdem durch weniger Geduld aus und dadurch, dass
sie sich leichter zu höherer Geschwindigkeit verleiten
oder provozieren lassen.
Für
Motorradfahrer zeigt
sich ein ganz anderes Bild. Wesentlich höher wurden die
folgenden Motive gewichtet:
-
Es macht Spaß, die Kraft, Dynamik und Beschleunigung des
Fahrzeuges zu spüren.
-
Das Gefühl, das Fahrzeug wirklich perfekt zu beherrschen
("im Griff zu haben") gibt mir sehr viel.
-
Die hohe Leistung des Fahrzeugs verleitet zu höherer
Geschwindigkeit, die man ja problemlos erreichen kann.
-
Ich fahre einfach ungern hinter anderen Fahrzeugen nach.
-
Eine Kurvenkombination wirklich gut gefahren zu sein,
ist ein befriedigendes Gefühl.
-
Manche Strecken kann man nur mit höherer Geschwindigkeit
richtig auskosten.
-
Fahren mit hoher Geschwindigkeit ist ein angenehmes,
prickelndes Gefühl, das man manchmal gerne auskostet.Man
braucht eine gewisse Geschwindigkeit, sonst langweilt
man sich.
|