Speedless - Überschrift

 


Michael Praschl 2000: speedless - Effektive Argumentation gegen Schnellfahren.
Gefördert aus den Mitteln des Österreichischen Verkehrssicherheitsfonds


Die "grandiose" Einstufung des eigenen Fahrkönnens der meisten Lenker, konnte auch im Rahmen dieser Befragung bestätigt werden.
  • 94% der Lenker glauben von sich, über eine sehr gute Reaktionsfähigkeit zu verfügen,
  • 93% meinen, ihr Fahrzeug in Alltagssituationen sehr gut zu beherrschen, 73% auch in schwierigen Situationen (Schnee, Glätte, etc.) und 72% auch bei hoher Geschwindigkeit.
  • 91% sehen eine ihrer Stärken als Fahrer in der sehr hohen Fahrsicherheit und ebenso viele im sehr guten Gefühl für das Fahrverhalten ihres Fahrzeuges.
  • 90% meinen, die Verkehrsregeln sehr gut zu kennen und ebenfalls
  • 90% sind überzeugt, sich anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber sehr fair zu verhalten (rasante Fahrer nur zu 64%).
  • Sehr hohe Selbstbeherrschung und Selbstkontrolle sehen 88% als eine ihrer besonderen Stärken, besondere Ruhe und Gelassenheit 82%, sehr hohe Konzentrationsfähigkeit über lange Zeiträume 79% (bei rasanten Fahrern: 92%), die (einigermaßen) konsequente Einhaltung der Verkehrsregeln 77% (rasante Fahrer: 44%), den hohen Komfort für die Mitfahrer 75% (rasante Fahrer: 61%), die hohe Erfahrung und Routine 74% und das hohe fahrzeugtechnische Wissen nur 35%.
Rasante Fahrer stufen ihre Fahrzeugbeherrschung, vor allem die bei hoher Geschwindigkeit, sowie ihre mentalen Fähigkeiten (hohe Konzentrationsfähigkeit) signifikant besser ein, als zurückhaltende Fahrer. Sie halten sich wesentlich weniger an Verkehrsregeln und stufen sich selbst als wesentlich weniger fair gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern ein. Der Komfort für die Mitfahrer ist ihnen ebenfalls kein sehr großes Anliegen.

Die zügig-aktiven Lenker beurteilen ihre Fähigkeiten ähnlich wie die rasanten Fahrer, unterscheiden sich von diesen aber deutlich dadurch, dass ihnen die Fairness gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern und der Komfort für die Mitfahrer wesentlich wichtiger sind. Außerdem halten sie sich - nach Eigeneinschätzung - weit besser an die Verkehrsregeln. 

Besonders bemerkenswert ist, dass die Fahrer mit bereits mehreren schweren Unfällen ihre Fähigkeit zur Beherrschung des Fahrzeuges in schwierigen Situationen und vor allem bei hoher Geschwindigkeit als wesentlich besser (!) einschätzen als unfallfreie Fahrer. Einerseits kann also offenbar die Verwicklung in Unfälle die "grandiose" Selbsteinschätzung nicht ins Wanken bringen. Andererseits bestätigt sich wiederum, dass die Selbstüberschätzung ein hohes Risikopotential birgt.